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erstellt am 16. Januar 2021 um 20:49Uhr

Wohneigentumsgesetz – Wissenswertes über die Reform 2020

Am 01. Dezember 2020 trat die WEG-Reform in Kraft. Es räumt Wohneigentümern nun mehr Entscheidungsfreiheiten und Planungssicherheiten ein. Verwalter von Wohneigentum können mehr Verantwortung übernehmen und Verwaltungsverfahren wurden vereinfacht.

Hier lesen Sie das reformierte Wohneigentumsgesetz. In diesem Beitrag fasse ich wesentliche Änderungen kurz zusammen.

Änderungen des Wohneigentumsgesetzes zur Zusammenarbeit mit Hausverwaltern

Eigentümer von Wohnungen können nun unabhängiger von der Eigentümergemeinschaft mit dem Hausverwalter zusammenarbeiten. In einem Verwaltervertrag wird festgehalten, in welchen Bereichen und in welchem Umfang der Hausverwalter für den Wohnungseigentümer tätig wird. Die Inhalte des Vertrages sind unabhängig von Beschlüssen der Eigentümergemeinschaft. Wird vorab ein Kostenrahmen definiert, können Wohnungseigentümer in diesem Rahmen über den Hausverwalter größere Reparaturen ohne die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft beauftragen.

Der Hausverwalter bekommt mit der Reform des Wohneigentumsgesetzes mehr Kompetenzen und Handlungsfähigkeit. Er kann nun unter anderem Beschlüsse umsetzen, Eigentümerversammlungen einberufen, Versorgungs- und Dienstleistungsverträge abschließen, kleine Reparaturmaßnahmen durchführen lassen und Hausgeldforderungen durchsetzen. Darlehensverbindlichkeiten, kostenintensive Maßnahmen und Umstände, die zu einer erheblichen Mehrbelastung einer einzelnen Partei führen, müssen weiterhin gemeinschaftlich beschlossen werden.

Mehr Verantwortung führt zu mehr Verpflichtung. Der Hausverwalter muss nach dem 01.12.2022 jederzeit auf Verlangen einen Zertifikatsnachweis vorweisen. Dieser Nachweis bescheinigt die nötigen kaufmännischen, rechtlichen und technischen Kenntnisse, die der Hausverwalter benötigt, um Wohnungseigentümer kompetent und verlässlich vertreten zu können. Er erhält ihn durch das erfolgreiche Ablegen einer Prüfung bei der IHK.

Neuerungen zu Eigentümerversammlungen im Wohneigentumsgesetz

Eigentümerversammlungen waren bislang eine aufwändige Sache und alles andere als ein beliebter Punkt auf dem Tagesplan. Das reformierte Wohneigentumsgesetz erleichtert die Versammlungen. Sie sind nun immer beschlussfähig, auch wenn nur wenige Wohnungseigentümer teilnehmen. Die Einladung zur Eigentümerversammlung kann nun auch elektronisch erfolgen. Auch die Teilnahme kann nun über Onlinemedien erfolgen. Die Wohnungseigentümer müssen auch bei Präsenzveranstaltungen nicht mehr physisch anwesend sein, sondern können per Telefon- oder Videokonferenz zugeschaltet werden. Oft wohnen Eigentümer vermieteter Wohnungen in einer anderen Stadt. Sie müssen nun nicht mehr den mitunter sehr weiten Weg auf sich nehmen, um an einer Eigentümerversammlung teilzunehmen. In der Vergangenheit führte diese Hürde häufig zur Nichtteilnahme und somit zum Übergehen des Eigentümers oder sogar zur Beschlussunfähigkeit der Eigentümerversammlung.

Beschlüsse leichter fassen dank WEG-Reform

Mit der Reform des Wohneigentumsgesetzes ebnet der Gesetzgeber den Weg zu Barrierefreiheit, Elektromobilität, moderner Telekommunikation und mehr Sicherheit. Auf eigene Kosten kann nun jeder Miteigentümer bauliche Veränderungen in diesen Bereichen verlangen. Davon ab kann die Durchführung baulicher Maßnahmen zur Modernisierung nun einfacher beschlossen werden. Dazu braucht es nur noch eine einfache Mehrheit der Eigentümergemeinschaft. Bislang genügte eine Gegenstimme, um Beschlüsse zu kippen. Das entlastet den Verwalter, der nun nicht mehr entscheiden muss, ob einzelne Eigentümer übergangen werden und es wirkt Modernisierungsstaus entgegen. Ein Benefit für Eigentümer, die gegen eine bauliche Veränderung stimmen: Sie müssen sich nicht an den Kosten beteiligen, es sei denn, die Maßnahme amortisiert sich binnen zehn Jahren oder wird mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen und der Hälfte aller Miteigentumsanteile beschlossen.

Den Haussegen gerade rücken ist mit dem neuen WEG möglich

Mit dem neuen Wohneigentumsgesetz ist es nun möglich, Eigentümer aus ihrer eigenen Wohnung zu werfen. Eigentümergemeinschaften sind Zwangsgemeinschaften und bislang hatte die Eigentümergemeinschaft wenig Handhabe, sollte sich ein Mitglied als besonders renitent erweisen. Schädigt ein Mitglied die Eigentumsrechte eines anderen Mitgliedes oder der Gemeinschaft, kann sein Eigentumsrecht eingeschränkt und er von der Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Dem müssen mehrere Abmahnungen vorausgehen, die im schlimmsten Fall darin enden, dass der betroffene Eigentümer per Zwangsvollstreckung gezwungen wird, seine Wohnung zu verkaufen. Wirksam ist der Beschluss bei einer qualifizierten Mehrheit.

 

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Über den Autor

Rico Peuker Immobilienmakler Dresden
Mein Name ist Rico Peuker.
Ich bin Immobilienmakler und Inhaber des Unternehmens RP Real Estate in Dresden. Ich setze mit meinem Know-how und meiner Erfahrung den Verkauf Ihrer Immobilie um. Haben Sie noch offene Fragen? Kontaktieren Sie mich gerne!

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